Mehr Geld ist nur der letzte Tropfen

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Mehr Geld ist nur der letzte Tropfen

Ausschlaggebend für eine Kündigung sind andere Gründe

Man mag es nicht mehr hören. Die Suche nach Fachkräften stellt sich seit Ende 2019 deutlich herausfordernder dar. In mehreren Studien dieses Jahres beklagten sich die Hälfte befragter Inhouse Recruiter, die offenen Positionen nicht besetzen zu können. Die Fluktuation ist durch die signifikanten Änderungen der Arbeitsumgebungen stark angestiegen. Kandidaten wechseln zu passenderen Umgebungen. 10% der Deutschen Arbeitnehmer, 23% der Österreichischen Arbeiter und Angestellten sowie 24% der Schweizer Arbeitnehmenden haben seit Beginn Corona den Arbeitsplatz gewechselt. 

Der Inhouse Recruiter können offene Stellen nicht mehr besetzen
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wüschen sich eine Gehaltsveränderung
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sind mit der Geschäftsführung unzufrieden
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Sicher wird kaum jemand für weniger Gehalt freiwillig wechseln. Monetäre Ungerechtigkeiten, jedenfalls in der in der Wahrnehmung der Mitarbeiter, sind bei 44% der Befragten der Hauptauslöser die eigene Kündigung und einen Wechsel. Die Art der Führung des Unternehmens liegt bei 42% der Befragten auf Platz 2 der Gründe, sich nach einer neuen Position umzusehen.

In einer von XING beauftragten forsa Umfrage gaben dagegen 75% der befragten HR Verantwortlichen an, ein höheres Gehalt wäre der Hauptgrund für die gewachsene Fluktuation. Dies wurde gleichbedeutend mit starker Konkurrenz anderer Arbeitgeber gesehen („War for Talents“) 

 

Gehalt und Verhalten der Geschäftsführung sind Auslöser. Sozusagen der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. In der Suche nach einer neuen Position sind andere Themen wichtig: Gutes Führungsverhalten (60%) und Flexible Arbeitszeiten (58%) liegen vor dem Gehalt (50%). Arbeitsplatzsicherheit ist dabei mit nur 22% weit abgeschlagen. Es gilt also, die Attraktivität der Arbeitgeber im Hinblick auf jung gebliebene Führungskräfte zu steigern. 

achten auf Führungsverhalten
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Vielleicht erkennt die ein oder andere Führungskraft dabei die Notwendigkeit, jüngere Arbeitnehmergruppen mit jüngeren Führungskräften arbeiten zu lassen. Führungskräfte, die in den letzten 3 Monaten homeoffice-Lösungen wieder aufgelöst haben gehören definitiv nicht dazu.

achten auf flexible Arbeitszeit Einstellungen
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Probleme sind vorprogrammiert

In den letzten Jahren gab es immer wieder Umfragen, die die Erwartung von Studierenden und HR Verantwortlichen gegenüber gestellt haben. In der 2021er Studie „Mehr als Missverständnisse“ unserer Gruppe haben wir je rund 3’000 HR Verantwortliche und Studierende befragt. Die Ergebnisse liegen weit auseinander:

Gründe der Fluktuation nach Meinung der HR Verantwortlichen

Gründe für den Wechsel zu einem anderen Unternehmen für die Studierenden

Wunsch nach mehr Gehalt
75%
Besseres Führungsverhalten
60%
Starke Konkurrenz anderer Arbeitgeber
74%
Flexible Arbeitszeiten
58%
Die direkte Führungskraft
32%
Ein besseres Gehalt
50%
Attraktivität der eigenen Aufgabe
30%
Attraktivere Aufgaben
32%
Keine Aufstiegschancen aus Sicht des Mitarbeiters
29%
Homeoffice Möglichkeiten
31%

Wenn das Inhouse Recruiting Positionen nicht besetzen kann oder die eigene Fluktuation sehr hoch ist, kann das Problem im eigenen Haus liegen. Die gute Nachricht ist: Dann hat es jedes Unternehmen selbst in der Hand, die Missstände zu korrigieren.